Herzlich willkommen bei Borsäure-in-der-Galvanotechnik!

Mein Name ist Joachim Ramisch. Ich betreibe in Nördlingen die  Riesmetall GmbH, eine auf galvanische Verzinkung spezialisierte Lohngalvanik. Nähere Informationen zu meinem Betrieb finden Sie unter www.galvanisch-verzinken.de und www.ascona-projekt.de

Borsäure ist als pH-Puffer ein wesentlicher Bestandteil saurer Verzinkungsbäder. Sie hat sich in dieser Funktion seit Jahrzehnten bewährt.

Für die den Galvaniken zuliefernden Chemie-Fachfirmen allerdings bedeutet „bewährt“ nichts anderes als „ertragsschwach“. Sie sind daher ständig bemüht, Bewährtes zu diskreditieren, um so profitablen neuen Produkten, die laufendes Servicegeschäft und nach Möglichkeit exklusive Lizenzen versprechen, den Markt zu erschließen.

Gerne werden zu diesem Zweck auch Probleme dramatisiert, der REACH-Prozess scheint da ein idealer Hebel zu sein. Lang bewährte Chemikalien haben bekannte Umwelt- und Gesundheitsgefahren, schnell ist da das Prädikat „besorgniserregend“ angebracht, auch wenn der sichere Umgang mit solchen Stoffen durch Fachpersonal eingeübt ist. Weiterverarbeiter und Verbraucher können mit Borsäure sowieso nicht in Kontakt kommen, weil sie nur ein Bestandteil der Galvanikbäder ist und nicht in die daraus abgeschiedene Oberfläche eingeht.

Harmlos klingende Alternativprodukte erscheinen da als Zukunftslösung und sind ganz besonders reizvoll für die Fachfirmen, wenn ihre Anwendung sensibel und störanfällig ist. Dann können zusammen mit der Chemie auch noch sensorgesteuerte Analyse- und Dosiereinrichtungen verkauft werden.

Die aktuellen Erfahrungen mit dem Chrom-VI-Ersatz sollten der Galvanikbranche eine Lehre sein, mit der Aufgabe bewährter Stoffe vorsichtiger zu sein. Die Alternativen funktionieren nicht gleich gut und sind deutlich aufwändiger in der Anwendung.

Ich rufe alle verantwortlich Denkenden auf, sich dafür einzusetzen, dass mit der Borsäure nicht ein weiterer wichtiger Rohstoff der Galvanotechnik durch kurzsichtiges Profitdenken einiger Weniger verloren geht.